Treffen mit Herrn Kultusminister Tonne

 

Am 06.09.2018 traf sich unser Vorstand zum Austausch mit dem Kultusminister Grant Hendrik Tonne.

Ausbau der Sozialen Arbeit in schulischer Verantwortung

Laut Koalitionsvertrag sollten jährlich 150 neue Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte an Schulen eingerichtet werden. Dies kann im Jahr 2019 nicht eingehalten werden. Nach jetzigem Stand werden lediglich 70 Stellen im Rahmen der Vereinbarung mit den kommunalen Spitzenverbänden (200 Stellen über drei Jahre) sowie 25 Stellen über das Programm Schule Plus geschaffen.

Die Kriterien nach denen die 70 Stellen verteilt werden sind wie zuvor die Schulgröße, bei Schulen mit besonderen Herausforderungen wird es auch Einzelfallentscheidungen geben. Es sollen in jedem Fall vorrangig mehr Schulen mit Schulsozialarbeit ausgestattet werden, bevor man die bereits vorhandene Soziale Arbeit in schulischer Verantwortung an bereits ausgestatteten Schuken aufstockt. Vor allem sollen im nächsten Durchgang Berufsbildende Schulen, Gymnasien und Grundschulen berücksichtigt werden.

Die 25 Stellen aus dem Programm Schule Plus werden vorerst  nur auf die vier beteiligten Städte Delmenhorst, Hannover, Salzgitter und Wilhelmshaven verteilt.

Multiprofessionelle Teams

Seitens der LAG Schulsozialarbeit Niedersachsen wurde kritisiert, dass Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter in multiprofessionellen Teams arbeiten sollen und auch in diese Richtung fortgebildet werden, diese Weiterbildungen jedoch bisher nicht professionsübergreifen, also multiprofessionell, stattfinden. Herr Tonne erläuterte, dass an der strukturellen Grundlage noch gearbeitet werden muss. In den nächsten Wochen solle zudem ein Grundsatzerlass für pädagogische Mitarbeiter verabschiedet werden, der zumindest für diese Berufsgruppe beinhaltet, wie die verschiedenen Professionen ihre Arbeit so verzahnen sollen, dass es möglichst gewinnbringen ist. Weiterhin soll im Rahmen des Qualifizierungsprogramms des NLQs ein Schwerpunkt auf multiprofessionelle Teams gelegt und nauch Lehrkräfte hinzugezogen werden.

Fachberatung

Die Installation der Fachberater wird seitens der NLSchB zum 01.01.2019 geplant. Die zehn zukünftigen Fachberaterinnen und Fachberater sollen den Mittelbau zwischen den sozialpädagogischen Fachkräften und den Dezernenten bilden. Mit dem Ausbau der Sozialen Arbeit in schulischer Verantwortung soll auch die Fachberatung noch weiter ausgebaut werden, sodass jeder Fachberater für ca. 100 sozialpädagogische Fachkräfte zuständig ist.

Wertschätzung

Der Vorstand der LAG Schulsozialarbeit Niedersachsen spricht mit diesem Punkt die Wertschätzung seitens des MK und der Politik, aber auch die Bezahlung von Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern an. Der Kultusminister führt an, dass gute Arbeit entsprechend bezahlt werden soll, das MK jedoch nicht die Handlungsmöglichkeiten habe, Tarifverträge zu ändern. Auch Bayern und Hessen würden neu geschaffene Stellen für schulische Sozialarbeit mit E9 ausschreiben. Auf den Hinweis, dass das Land NRW seine Schulsozialarbeiter in E10 einstuft, veranlasst der Minister, dass die Argumentation mit der dies gerechtfertigt wird, von seinen Mitarbeitern eruiert werden soll.

Einen eigenen Fortbildungstopf oder einen vorgegebenen Anteil am Fortbildungstopf der Schule werden die sozialpädagogischen Fachkräfte nicht erhalten, da der Minister keine rigiden Linien zur Verwendung der Gelder vorgeben möchte. An vielen Schulen gebe es bewährte Regelungen.

Herr Erbe erwähnt, dass Schulsozialarbeit auch bei der letzten Landtagsdebatte von allen Anwesenden als äußerst wichtiges Thema gesehen wird. Die Wertschätzung seitens des Landes lasse sich zudem auch daran erkennen, dass die Fachkräfte der Sozialen Arbeit in schulischer Verantwortung bald mit den Beratungslehrkräften die einzigen Berufsgruppen des Landes sein werden, die eine regelmäßige Supervision erhalten. Auf die Bedarfsabfrage haben 600 Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter die Rückmeldung gegeben, sehr an Supervision interessiert zu sein. Derzeit wird noch an einem „Matching“ gearbeitet (wer kommt mit wem in welche Gruppen). Für einige Regionen, die keinen Schulpsychologen haben, wird noch nach einer Lösung gesucht.

Zukunftsperspektive

Die LAG Schulsozialarbeit Niedersachsen hat ihr Interesse an einer weiterhin guten Zusammenarbeit mit dem Kultusminister geäußert. Auch Herr Tonne ist eine weitere Zusammenarbeit wichtig. Dazu soll wie in der Vergangenheit jährlich ein Treffen zwischen dem Vorstand und dem Kultusminister stattfinden. Weiterhin sollen über das Jahr verteilt auch Treffen mit Mitarbeitern des MKs stattfinden, z.B. mit Herrn Erbe.

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