Fachtagung 2020: Anmeldungen ab sofort möglich

Wir freuen uns, Sie auch in diesem Jahr wieder herzlich zu unserer Fachtagung einladen zu dürfen. Wir haben uns größte Mühe gegeben, ein ansprechendes und interessantes Programm für Sie zusammenzustellen.

Auf folgender Seite finden Sie alle Informationen sowie die Möglichkeit, sich anzumelden:
Informationen zur Fachtagung 2020


Mittwoch
Der berufspolitische Tag wird eingeleitet von einem Vortrag von Prof. Dr. Anke Spies von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zum Thema „Schulsozialarbeit: weder Hybrid noch Schnittstelle? — Kohärenz als konzeptuelle Leitlinie“.


Donnerstag und Freitag
Als Workshops stehen zur Auswahl:

  • Hereinspaziert in die Manege der Lebenslust (Circus-Workshop)
  • Vernetzt & gehetzt!? – Prävention und Intervention bei Konflikten in digitalen Lebenswelten
  • Elternarbeit in der Schulsozialarbeit: Eigene Herausforderungen meistern
  • „Ehrbezogene Gewalt“ im Kontext der Schulsozialarbeit
  • Soziales Kompetenztraining

Stellungnahme zum Leitfaden „Schule in Corona-Zeiten“ veröffentlicht

Die LAG hat sich in eingehend mit dem Leitfaden „Schule in Corona-Zeiten“ der Niedersächsisches Landesschulbehörde befasst und dazu eine Stellungnahme veröffentlicht. Wir kritisieren insbesondere, dass nach wie vor viele Fragen unbeantwortet sind und somit vom Arbeitgeber legitimierte Rahmenbedingungen für Schulsozialarbeit in Zeiten von Corona fehlen.

Gespräch mit dem Kultusminister

Der Vorstand der LAG Schulsozialarbeit war am 01.11.2019 zum Austausch beim Kultusminister Grant Hendrik Tonne zu Gast. Themen waren unter anderem der Stellenausbau der schulischen Sozialarbeit in den kommenden Jahren, die strukturelle Verankerung von Schulsozialarbeit beim Land Niedersachsen sowie die Supervision. Weitere Teilnehmer waren Herr Erbe, der im Kultusministerium für die Soziale Arbeit in schulischer Verantwortung zuständig ist, sowie sein Vorgesetzter Herr Reimann-Lübker, der Referatsleiter des Referats 25 (Migration, Kultur, Sprachbildung, Schulsozialarbeit, Ganztag).

Stellenausbau

Die 95 in diesem Jahr ausgeschriebenen Stellen sind noch nicht alle besetzt. Einige Bewerbungsverfahren laufen noch. Im Jahr 2020 werden wieder 70 Stellen für allgemeinbildende Schulen ausgeschrieben. Diese sollen vor allem an Grundschulen in ländlichen, strukturschwachen Räumen gehen. Außerdem werden wieder 25 Stellen im Rahmen von Schule PLUS ausgeschrieben. 2021 wird die letzte Tranche des Stellenvolumens ausgeschrieben, dass mit den kommunalen Spitzenverbänden vereinbart wurde. Der Kultusminister betonte jedoch, dass er auch nach 2021 die Schulsozialarbeit weiter ausbauen will und hierfür mit dem Finanzministerium in Verhandlungen treten wird.

Die LAG kritisierte die undurchsichtigen Verteilungskriterien, da einige Schulen Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte erhielten, die kein Interesse an Schulsozialarbeit haben. Andere Schulen, die bereits Konzepte hierfür vorgelegt haben, würden hingegen nicht berücksichtigt. Herr Tonne merkte hierzu an, dass keine Schule gezwungen werde, die Stelle auch anzunehmen. Es sei allerdings schwierig dem Wunsch einiger konzeptionell gut aufgestellten Schulen nachzukommen, da das Kultusministerium und die Landesschulbehörde immer auch die Dringlichkeit in ihre Entscheidung mit einbeziehen würden. Es sei möglich, dass die oben genannten Schulen hierbei zu kurz kommen.

gesetzliche Verankerung

Eine Verankerung der Sozialen Arbeit in schulischer Verankerung ist seitens des Kultusministeriums bisher nicht angestrebt und wird momentan auch nicht für notwendig erachtet. Die konzeptionelle Verankerung im Sinne der Verantwortlichkeiten im multiprofessionellen Team sei hier wichtiger. Der Vorstand der LAG Schulsozialarbeit Niedersachsen beharrte darauf, dass eine gesetzliche Verankerung die Grundlage dafür sei, die Soziale Arbeit in schulischer Verantwortung auch konzeptionell zu verankern und Schulsozialarbeit weiterhin als fundamentalen Bestandteil einer zeitgemäßen Schule anzuerkennen.

Profilschärfung

Jutta Anton brachte ein, dass eine gesetzliche Verankerung außerdem eine Profilschärfung der Sozialen Arbeit in schulischer Verankerung fördern würde. Durch die Einordnung als „pädagogische Mitarbeiter*innen“ wissen viele Schulleitungen und Lehrkräfte nicht, was die Aufgaben von Schulsozialarbeiter*innen in Abgrenzung zu den pädagogischen Mitarbeiter*innen im Ganztag oder im Rahmen der Inklusion sind. Herr Erbe erinnerte hier an den neuen PM-Erlass, in dem die Gruppe der pädagogischen Mitarbeiter*innen in drei Untergruppen geteilt wird: pädagogische Mitarbeiter*innen als Fachkräfte für unterrichtsbegleitende Tätigkeiten und außerunterrichtliche Angebote, pädagogische Mitarbeiter*innen als Fachkräfte für therapeutische Unterstützung und pädagogische Mitarbeiter*innen als sozialpädagogische Fachkräfte in der Sozialen Arbeit in schulischer Verantwortung. Herr Tonne gab Herrn Erbe und Herrn Reimann-Lübker den Auftrag zu prüfen, wir man das Profil der Sozialen Arbeit in schulischer Verantwortung besser schärfen kann.

Multiprofessionelle Teams

Der Vorstand kritisierte im weiteren Gespräch, dass die Arbeit im multiprofessionellen Team seitens des MKs und der Landesschulbehörde zwar gefordert und hochgehalten werde, allerdings besonders auf Seiten der Lehrkräfte die Zeit zum multiprofessionellen Austausch fehle. Hier wären verbindliche Besprechungszeiten wünschenswert, in denen alle Professionen an Schule miteinander in den Austausch kommen können. Der Kultusminister stellte klar, dass dies aus seiner Sicht unbeschreiblich wichtig sei, er es aber aufgrund des Lehrermangels für unmöglich halte, darauf kurz- oder mittelfristig angemessen zu reagieren.

Aufwertung der Arbeit

Die Schulsozialarbeiter*innen nehmen maßgeblich an der Erarbeitung unterschiedlicher Konzeptionen an Schulen teil. So schreiben sie meist das Konzept ihrer eigenen Arbeit selbst und beteiligen sich an der Ausarbeitung von Präventionskonzepten, Konzepten zum Sozialen Lernen oder dem Schulkonzept. Diese Arbeit wird jedoch nicht entsprechend vergütet. Herr Erbe wies darauf hin, dass dies so auch nicht im Tarifvertrag verankert sei, die Schulleitung also letztlch die Verantwortung dafür trage. Man müsse schauen, was im kommenden Jahr in der neuen Tabelle des Sozial- und Erziehungsdienstes des Landes Niedersachsen festgeschrieben werde. Zudem sei es möglich den Erlass nach Ablauf seiner Gültigkeit Ende 2020 dahingehend zu überarbeiten.

Supervision

Die LAG sprach die unbefriedigende Situation der Supervisionsangebote für sozialpädagogische Fachkräfte im Landesdienst an. Es sind bis heute nicht alle Schulsozialarbeiter*innen im Landesdienst verlässlich in einer Supervisionsgruppe unter Leitung der Schulpsychologie untergebracht. Gerade für Berufsanfänger ist dies aber überaus wichtig. Das Kultusministerium zeigte hierfür Verständnis, erklärte jedoch, dass das Referat unter dass die Schulsozialarbeit fällt nicht für die Schulpsychologie zuständig sei und die Absprachen zwischen den Referaten noch etwas länger andauern würden. Der Vorstand der LAG regte an, dass es so lang eine Übergangslösung geben müsse, z.B. in Form von einer Erhöhung des Fortbildungsetats der Schulen für die Kostenübernahme externer Supervisoren. Dies wird nun vom MK überdacht.

Fachberatung

Der Vorstand der LAG kritisierte, dass die Zeiten, die die Fachberater*innen zur Verfügung haben nicht ausreichen um ihre umfangreichen Aufgaben zu verrichten. Besonders bedenklich sei es, dass einige Fachberater*innen sich fast ausschließlich um Schule PLUS kümmerten und ich anderen fachlichen Aufgaben somit gar nicht ausfüllten. Herr Erbe erklärte, dass tatsächlich ca. die Hälfte der Fachberater*innen in Niedersachsen in das Programm eingebunden seien. Dies halte er jedoch auch für notwendig, um auch eine sozialpädagogische Sichtweise in den Schulentwicklungsteams zu gewährleisten. Weiterhin möchte das MK nicht von den halben Fachberaterstellen abrücken, da ansonsten eine Entfremdung von der Basis befürchtet werde. Eher sollten dann mehr Fachberater*innen eingestellt werden.

Bundeskongress 2019

Die LAG Schulsozialarbeit Niedersachsen war am 10. und 11. Oktober auf dem Bundeskongress Schulsozialarbeit vertreten. Während des gesamten Kongresses konnten wir gemeinsam mit anderen Ländernetzwerken des Bundesnetzwerks Schulsozialarbeit unsere Arbeit vorstellen, Kontakte knüpfen und uns mit vielen Kongressteilnehmer*innen austauschen.

Der Kooperationsverbund Schulsozialarbeit verabschiedete gemeinsam mit den weiteren Organisator*innen des Kongresses (GEW, Orbit e.V., Freistaat Thüringen, Stadt Jena) die Jenaer Erklärung mit Forderungen für eine rechtliche und finanzielle Absicherung von Schulsozialarbeit in ganz Deutschland.

Fachtagung der LAG Schulsozialarbeit Niedersachsen in Bergkirchen

 

Die Ausschreibung unserer jährlichen Fachtagung ist nun veröffentlicht!

Die Fachtagung findet vom 30.09.2019 bis 02.10.2019 im Pfarrhof Bergkirchen statt.

Ihr dürft euch auch in diesem Jahr auf einen interessanten berufspolitischen Teil am Montag und spannende Workshopthemen für Dienstag und Mittwoch freuen.

Am Montag beschäftigen wir uns mit dem Bildungsverständnis der Schulsozialarbeit und der Jugendhilfe. Hierzu wird Björn Köhler, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands der GEW referieren.

Für die beiden Workshoptage, Dienstag und Mittwoch, habt ihr die Wahl aus vier Workshops:

  • Workshop 1: „Glücklichsein kann man trainieren“
  • Workshop 2: „Einen Weg durch den Dschungel finden – Konzeptentwicklung in der Schulsozialarbeit Schritt für Schritt“
  • Workshop 3: „Frühe Prävention – nicht nur – von Radikalisierung und Extremismus“
  • Workshop 4: „Spiele / Methoden für die Praxis (und für uns)!“

 

Anmeldeschluss ist der 01.09.2019.

 

Ausschreibung

 

 

Regionalgruppentreffen Hannover Stadt und Region am 06.05.19

Schulsozialarbeit trifft auf Kinderschutz“. So lautete der Arbeitstitel des 2. Netzwerktreffens der LAG Stadt und Region Hannover in Kooperation mit dem Referat Jugendhilfe und Soziale Arbeit der GEW am 06.05.2019 in den Räumen der GEW in der Berliner Allee in Hannover.

Dieses Thema stand auf der Agenda von Wünschen ganz oben. So war es nicht erstaunlich, dass die Anmeldeliste innerhalb kurzer Zeit voll wurde und einigen Interessent/Innen leider abgesagt werden musste.

Ein Austausch über die Verfahren im Kinder- und Jugendschutz, bezüglich der Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe, die vorhandenen (und nicht vorhandenen) Orientierungsrahmen und Zuständigkeiten und die Rolle der Schulsozialarbeiter/innen in diesem Kontext sollten inhaltliche Leitthemen sein.

Als Referent/Referentin haben wir gewinnen können:

Sigrid Wolter Dipl. Sozialwissenschaftlerin,

Lehrbeauftragte für besondere Aufgaben, Hochschule Hannover Fakultät V

Jörg Ratzmann Dipl. Sozialpädagoge/-arbeiter (FH), Jugendamt Stadt Wilhelmshaven, Teamkoordinator schulische Sozialarbeit

Vorstandsmitglied LAG Schulsozialarbeit Niedersachsen

Nach einer Begrüßung durch Olaf Korek und Heide Neudörfer gab es Inputvorträge der Referenten*:

Jörg Ratzmann sprach über die Verpflichtung im Namen des Kinderschutzes „zu handeln“, die Stellung des Jugendamtes im Kinderschutz und über die Möglichkeit, vor allem in der Schule frühe Hilfen zu implementieren. Voraussetzung für erfolgreiches Arbeiten in Sachen „Kindeswohlgefährdung“ sei eine verbindliche und offene Kooperation beider Institutionen.

Sigrid Wolter stellte ausführlich das mehrstufige Verfahren im Kinderschutz vor.

Um Kindeswohlgefährdung (in der Schule) einschätzen zu können, bedarf es einer genauen Risikoeinschätzung. Klare Vorgaben (Checkliste Risikoeinschätzung) und mögliche Anhaltspunkte erleichtern diese Einschätzung. Die Hinzuziehung einer insofern erfahrenen Fachkraft ist dabei in der Regel notwendig. Eine kollegiale Beratung ist an dieser Stelle unumgänglich. In der fachlichen Bewertung sollte eine auf die Zukunft gerichtete, ressourcenorientierte Prognose für das Kind enthalten sein.

Die Rolle der Schulsozialarbeit ist häufig vor allem die der Beziehungsarbeit und der „des freiwilligen Zugangs“. Dieses ist ein Widerspruch im Prozess der Bewertung von Kindeswohlgefährdung!

Die entscheidende fachliche und emotionale Herausforderung ist das Schaffen von verlässlichen Orientierungsrahmen und einer gelingenden Zusammenarbeit von betroffenen Eltern und der Jugendhilfe. Es bedarf klarer und eindeutiger Kooperationsstrukturen zwischen Jugendhilfe und Schule.

Niedersachsen ist beim Thema „Kinderschutz“ gut organisiert und vernetzt (siehe www.kinderschutz-niedersachsen.de)

In den nachfolgenden Workshops wurden diese Inhalte vertieft, soweit es in der Kürze der Zeit möglich war. Als Resümée beider Gruppen: eine lösungsorientierte und strukturierte Kooperation von Schule und Jugendhilfe unter Hinzuziehung externer Fachkräfte/Beratungsstellen vor Ort ist die Grundlage, wenn es um die Risikoeinschätzung und den professionellen Umgang mit Kindeswohlgefährdung geht. Hier gibt es vielerorts Nachholbedarf, beziehungsweise erschwerte Bedingungen, auch von Seiten der Jugendhilfe (z.B. aufgrund gesetzlicher und datenschutzrechtlicher Vorgaben). Die Rolle der Schulsozialarbeit ist derzeit nicht ausreichend geklärt. An dieser Stelle besteht Handlungsbedarf. Zum Schluss wurden die „Kinderrechte in der Sozialen Arbeit“ von Seiten der GEW in den zukünftigen Themenspeicher eingebracht.

Auch wenn Vieles nur angerissen wurde, in der Kürze der Zeit war es eine inhaltlich und qualitativ hochwertige Veranstaltung, die gezeigt hat, wie sehr das Thema „Kindeswohlgefährdung“ in der Schule präsent ist. Wir bedanken uns bei den beiden ReferentInnen, beim Organisationsteam und bei Olaf Korek von der GEW für die gute und wertschätzende Zusammenarbeit.

Carola Pfennig, Heide Neudörfer und Christian Kerber

Protest verhindert Streichung von Stellen der Schulsozialarbeit

In Hannover waren Pläne zur Streichung von kommunalen Stellen in der Schulsozialarbeit durch das gemeinsame engagierte Handeln der Regionalgruppe  Hannover, Gewerkschaften, Politik, Wissenschaft und vielen Eltern verhindert worden.

Wir sind sehr froh, dass die Stadt Hannover die Stellen nun weiter an den Schulen bereit stellt und ein gemeinsames Angebot von Schulsozialarbeit verwirklicht.

Anbei finden Sie den Link zu einem Artikel der HAZ.

Abgerufen am 19.03.2019:

Save the Date – Jahrestagung 2019

 

Die diesjährige Fachtagung findet vom 30.09 bis 02.10.2019 statt.

Wir sind in Kontakt mit vielen fachkompetenten Referenntinnen und Referenten und informieren über unseren Mail-Verteiler, sobald wir die Ausschreibung herausgeben.

Diese Fachtagung wird voraussichtlich unsere letzte im Pfarrhof Bergkirchen sein. Wir verabschieden uns schweren Herzens, aber frohen Mutes und freuen uns im Jahr 2020 in einem größeren Tagungshaus mehr SchulsozialarbeiterInnen die Möglichkeit geben zu können, an unserer Fachtagung teilzunehmen.